©Miguel Ferraz

Hamburgs geballte Jazzpower – die JazzLab-Sommersause

Swing, Funk, Soul, Latin und HipHop an einem einzigen Abend im Schanzenpark? Das JazzLab-Kollektiv macht’s möglich: am 11. Juni ist die große Sommersause mit Gästen im Schanzenzelt.

Die Saison ist vorbei. Man verrammelt die Türen, schließt die Bars und lagert den Schnaps bis September ein. Blödsinn, natürlich – denn die Open-Air-Saison beginnt erst. Was den Jazz angeht, ist der Knust-Lattenplatz mit Freiluftgigs an Dienstagabenden eine verlockende Anlaufstelle – wir berichteten.

Die JazzLab-Reihe im Karoviertel macht zwar Pause, aber nicht ohne den großen Knall Anfang Juni: die Sommersause. Im letzten Jahr füllte das JazzKombinat Hamburg mit funky Big-Band-Tunes den kleinen Club am Fernsehturm bis unter die schweißtriefende Decke, dieses Mal probieren die JazzLab-Macher Neues aus: Man wagt sich unter die rot-weißen Zirkusplanen unterhalb des Wasserturms im Schanzenpark: in das traditionsreiche Schanzenzelt.

„Die Sommersause fällt inhaltlich immer etwas aus dem Gewohnten heraus“, sagt Veranstalter Philipp Püschel, neben seiner JazzLab-Tätigkeit bekanntlich auch JAZZ MOVES-Autor. „Dieses Jahr umso mehr, weil wir Leute eingeladen haben, die dem Jazz zwar zugewandt, darin aber nicht unbedingt zuhause sind“.

Star-Gast des Abends ist Soulsänger Florian Bosum aus Bremen. Muss man nicht kennen, den Namen Flo Mega könnte man aber schon einmal gehört haben. Auch unter den 17 Playern des JazzKombinat findet sich Prominenz, so ist am Saxophon wie immer die ECHO Jazz-Preisträgerin Anna-Lena Schnabel zu hören. Die markante Stimme von Keno, Mitglied der Brass Band Moop Mama, wird so manche Raps zieren. Als Rhythmus-Gruppe, die auch eigene Nummern einstreut, agieren die vier von TOYTOY.

„Eine Brücke schlagen zwischen Gestern und Heute“ – Philipp grinst, als man ihn die auf die durchgekaute Floskel anspricht. Dabei stimmt die Phrase – was im Jazzlab passiert, hat mit Swing und groovigem Hard-Bop aus den Sechzigern genauso viel zu tun wie mit knackigem Soul und Funk und freshen HipHop-Beats. „80 Jahre Blue Note Records“ ist das lose Motto des Abends, Songs von John Coltrane, Herbie Hancock und Art Blakey bis hin zu aktuelleren Künstlern wie Robert Glasper bilden den Rahmen. Das JazzKombinat wird bekannte Jazzstandards neu arrangieren, darunter „Night in Tunesia“ und „Cantaloupe Island“.

„Es wird Improvisationen geben, es wird jazzy, aber es soll Party-Charakter haben und tanzbar sein“, verspricht Philipp Püschel. „Wir bringen Hamburgs geballte Jazz-Power auf die Bühne!“


JazzLab Sommersause, 11. Juni, 19 Uhr, Schanzenzelt. Tickets hier

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