©Dawid Laskowski

Jaimie Branch, Zorn und Co. – die Jazz-Saison 21/22 in der Elbphilharmonie

Ein Schwerpunkt auf der US-Jazzszene und unverhohlen politische Künstler*innen – die Elbphilharmonie zeigt sich mit ihrem Jazz-Programm für die Saison 2021/22 (Start 1. September) unverhohlen politisch.

Eine einzige Wahl kann die Welt nicht ändern – selbst wenn es die Präsidentenwahl in den USA ist. „Shit’s still fucked up“ rief Jaimie Branch (Foto) ihrem Publikum Anfang 2020 entgegen – Trump war da schon kein Einfluss mehr, der systemische Rassismus im „Land of the free“ sehr wohl. Kurz vor dem Lockdown schnitt die Trompeterin aus Chicago ein Konzert mit ihrem fulminanten Quartett mit – kürzlich als Livealbum erschienen.
Branch, die Frau im Trainingsanzug, die sich früher in Punk- und HipHop-Bands austobte und in ihrer düsteren Warnung „Prayer for Amerikkka“ (siehe unten) auch sprechsingt, gehört zu den Highlights der Jazz-Saison 2021/22 in der Elbphilharmonie Hamburg. Jaimie Branch tritt am 3. April 2022 auf – in Begleitung von Kontrabass, Cello und Schlagzeug.

Auch mit Saison-Beginn im September wird die Pandemie nicht überwunden sein – Test- und Maskenpflicht werden vermutlich noch dazu gehören. Das Publikum kann Ticketwünsche ohne Risiko anmelden, Bestellungen für die meisten Konzerte werden ab 15. Juni unter www.elbphilharmonie.de angenommen.

Es ist ein unverhohlen politisches Programm, das der Veranstalter HamburgMusik ab dem 2. Oktober (erster Jazz-Act ist Pianist Jacky Terrasson) präsentiert. Unter den weiteren Jazz-Trompeter*innen, die ab November im Großen und kleinen Saal auftreten werden, sind mit dem Israeli Avishai Cohen und dem US-Amerikaner Ambrose Akinmusire engagierte Künstler, die stets die Stimme gegen Rassismus und Diskriminerung erheben.

Das trifft auch auf John Zorn zu. Der legendäre US-Komponist wird auf Einladung ab 17. März 2022 seinen eigenen „Elbphilharmonie Reflektor“ programmieren – mit gleich 14 Konzerten. Zwei Inkarnationen seines Masada Quartets zwischen Free Jazz , Rock und weiterem treten auf, dazu das zehnköpfige New Electric Masada, dessen Besetzung jeden, der in den letzten Jahren eine Jazzplatte gekauft hat, zum Zungeschnalzen bringt: Mit dabei sind, to name but a few, Drummer Joey Baron, Organist John Medeski, die beiden Gitarristen Bill Frisell und Julian Lage sowie Zorn selbst am Saxophon.

Ein weiterer Tipp: vier Abende im November beim „Reflektor Anoushka Shankar“. Die Londoner Sitar-Spielerin hat indische Tanz-Abende im Programm, aber auch einen Auftritt des studierten Tablaspielers Sarathy Korwar. Mit Zither, Querflöte, Sitar und ihm selbst an verschiedenen Percussion-Instrumenten verbindet der in den USA und Indien sozialisierte Engländer am 6. November Ost und West: Folklore, indische Klassik, Jazz und minimalistische Grooves.

Wie schreibt die Elbphilharmonie selbst:„Es wird krass, es wird laut, es wird zwischendurch auch unfassbar zart und ätherisch.“

Das Jazz/World/Pop-Programm der Elbphilharmonie hier:
https://www.elbphilharmonie.de/de/programm/JA/WELT/

 

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