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Jazzbüro-Chefin Réka Csorba stellt sich vor

Den Blog Jazz Moves gäbe es nicht ohne das Jazzbüro Hamburg e.V. Seit Oktober 2020 ist Réka Csorba die Geschäftsführerin. Der Verein ist Dachverband, Netzwerk und Interessenvertretung, veranstaltet jeden Sommer das Jazz Open Festival und organisiert Austauschprojekte im europäischen Ausland. Hier stellt sich Réka vor.

Meine erste bewusste Erinnerung an Jazz hat mit Gerry Mulligan zu tun. Meine Eltern hatten eine Schallplatte, auf der er Chopin spielt: „Prelude in E Minor“. Ein echtes Aha-Erlebnis! Ich habe dann zehn Jahre klassisches Klavier gelernt. Später lernte ich Ella Fitzgerald lieben, noch später den HipHop der Neunziger. Bei einem De La Soul Konzert in der Fabrik hab ich mir von Rapper Posdnuos meinen Drumstick signieren lassen.

Nach dem Abitur in Lübeck habe ich in Trier, Münster und Paris Jura studiert und anschließend in einem großen Versicherungskonzern gearbeitet. Aber langfristig war es unausweichlich, dass ich meiner Leidenschaft folge. Ich bekam eines Tages einen Schlagzeug-Übungsraum im Hamburger Frauenmusikzentrum – darüber habe ich letztlich in die Kulturarbeit gefunden.

Ich habe dann einen Kulturmanagement-Master an der Hochschule für Musik und Theater gemacht. Nebenher habe ich in der „Klassik à la carte“-Redaktion von NDR Kultur gejobbt. Nach dem Masterabschluss habe ich als Geschäftsführerin und Programmleiterin im Stadtteilkulturzentrum Kulturschloss Wandsbek gearbeitet und dort zum Beispiel Musikpädagogik und eine Kinderdisko für geflüchtete Kinder organisiert. Da kam auch mal ein DJ aus dem Pudel Club vorbei, der Vinyl aufgelegt hat – ich finde, man sollte Kids nicht bloß Zeug aus der Dose vorsetzen.

Beim Jazzbüro gibt es jede Menge zu tun – die administrativen Antrags- und Abrechnungsprozesse beanspruchen viel Zeit für sich. Leidenschaftlich vertreten wir die Hamburger Jazzszene: von Veranstalter*innen über Labels bis hin zu Musikschaffenden, auf Landes-, aber auch auf Bundesebene. Im Moment sind wir besonders mit unserem Jazz City Hamburg Sampler beschäftigt, weitere aktuelle Projekte sind die Organisation der Hamburger Vertretung bei der Messe Jazzahead und die Koordination des Hamburger Jazzpreises in Kooperation mit dem Elbjazz Festival – und natürlich unser jährliches Jazz Open in Planten un Blomen.

Musik bestimmt eigentlich jeden Tag bei mir. Unterwegs streame ich, zuhause gibt’s öfter mal Vinyl. Da spiele ich für mich auch ein wenig an Klavier, Schlagzeug oder Gitarre herum. Worauf ich mich besonders freue im Jahr 2022? Keine Frage: auf Konzerte, bei denen man abstandsfrei von anderen angerempelt wird.

 

Rékas Top 5 Platten of all time:
The Beatles – Rubber Soul
Richie Hawtin – Closer to the Edit
Kae Tempest – Let them eat Chaos
John Coltrane – A love Supreme
Joan Baez – Baez sings Dylan

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