©Hans-Ulrich Frank

Rolf Kühn live im Stage Club – Ein Gastbeitrag der Jazz Federation Hamburg

Rolf Kühn wird im September dieses Jahres 90 Jahre alt. Die Jazzlegende tritt mit neuem Quartett am 22. Januar im Stage Club auf. Der Klarinettist beehrt die Jazz Federation damit schon das dritte Mal in kurzer Zeit mit einem Besuch. Wir haben ihm dazu drei Fragen gestellt. 

Du hast für das Konzert am 22. Januar eine neue generationenübergreifende Besetzung gewählt. Was hat Dich zu dieser besonderen Konstellation bewegt?

Die Idee war, Balladen gemischt mit eigenem Material aufzunehmen –  mit neuen musikalischen Partnern. Frank Chastenier kenne und schätze ich schon seit vielen Jahren, er ist vor einiger Zeit nach Berlin gezogen, das war perfekt zum Proben und es war wirklich an der Zeit, gemeinsam eine Platte zu machen. Lisa Wulff habe ich auf einem Konzert beim Bundespräsidenten gemeinsam mit Nils Landgren, Till Brönner und Wolfgang Haffner gehört, und mir hat sofort ihr Sound und ihr musikalisches Können gefallen. Im Gespräch stellte sich dann heraus, daß sie Schülerin von meinem leider verstorbenen langjährigen Freund und Bassisten Detlev Beier war, also stimmte die „Chemie“ sofort und noch an dem Abend beschlossen wir, gemeinsam ins Aufnahmestudio zu gehen. Tupac Mantilla wurde mir von Stefan Gerdes vom NDR empfohlen, und ich war und bin total begeistert von seiner Virtuosität, seiner Energie und Phantasie. Es ist einfach toll und inspirierend, mit Frank, Lisa und Tupac zu spielen.

Bei dem Konzert im Stage Club sollen Filmaufnahmen gemacht werden. Um was für ein Filmprojekt dreht es sich da?

Es geht um eine große TV-Dokumentation über die „Kühn-Brüder“ anläßlich unserer „großen“ Geburtstage dieses Jahr, die der wunderbare Stephan Lamby für ZDF / 3sat dreht. Seit letzten Sommer begleitet er mich und meinen Bruder mit der Kamera – und wir sind schon ganz gespannt auf das Ergebnis, das im Herbst dieses Jahres ausgestrahlt werden wird.

Du hast uns bzw. unseren Club für die Filmaufnahmen gewählt (was uns natürlich sehr freut). Was war der Beweggrund hierfür?

Ich finde es super, im Kontrast zu den Festivals auch eine tolle Clubatmosphäre im Film zu haben. Dieses Konzert wird auch der Abschluß der Dreharbeiten sein. Mir gefällt Euer großartiger Teamgeist und Euer sehr aufmerksames Publikum. Hamburg ist meine alte Heimat, und da schließt sich für mich ein schöner Kreis, denn mein letztes Konzert für die Jazz Federation war gemeinsam mit Wolfgang Schlüter, Boris Netsvetaev, Wolfgang Ekholt und Detlev Beier – das bleibt unvergesslich für mich. Ich freue mich auf Euch!

Das Foto zeigt Rolf Kühn mit Wolfgang Schlüter (inzwischen verstorben) bei dem erwähnten Konzert am 4. April 2016 im Cascadas Club.

Das Interview führte Günter Muncke.


Rolf Kühn mit seinem neuen Programm „Yellow and Blue“ live im Stage Club bei der Jazz Federation. Dienstag, 22. Januar 2019, 20 Uhr, Tickets hier.

weitere News:

Hamburger Jazzgottesdienst – Welcome To The Ship – Sichere Häfen und stürmische Zeiten

Es ist finster und klamm, als ich an diesem Sonntagabend zu meiner kleinen Entdeckungsreise aufbreche. So ist man es gewohnt, im Hamburger Herbst. Motivieren, mich auf mein Rad zu setzen um nach Altona zu radeln, tut es mich trotzdem nicht. Meine Freunde gucken ungläubig als ich sage, dass ich in die Kirche gehe. Aber Musik […]

„Wer tanzt, der humpelt nicht!“ – Station 17 wird 30

Die inklusive Hamburger Band Station 17 feiert 30-jähriges Bühnenjubiläum – ein Grund zu feiern und das ganz groß! Am 31. Januar findet ein Galakonzert der Band mit zahlreichen Gästen im Uebel & Gefährlich statt.

Der Jazz Moves Schnack – Podcast Folge 07 – Tokunbo

Die Saxofonistin/Sängerin Stephanie Lottermoser und JAZZ MOVES-Redaktionsleiter Jan Paersch reden über Jazz – und was sie darunter verstehen. Heutige Gästin: die Sängerin Tokunbo. 15 Jahre lang war Tokunbo Akinro aus Hannover Frontfrau der Band Tok Tok Tok, dann begann ihre Solokarriere. Im Podcast erzählt sie vom Einfluss von Reinhard Mey auf ihr Songwriting und ihr […]