©Ragtime Bandits

Was wir vermissen II – Hamburgs Jazz im Stream

Quarantäne-Videos aus den heimischen vier Wänden verbreiten sich derzeit fast so rasant wie das Virus selbst. Wie Hamburgs Jazz-Szene sich dabei präsentiert, hat JAZZ MOVES-Autor Philipp unter die Lupe genommen.

„Wir spielen, wir sind da!“ erklärt Ingolf Burkhardt, Trompeter der NDR Bigband und stellt die neue Videoreihe „Im Duo mit der NDR Bigband“ vor. Jeweils einer seiner Kollegen trifft sich mit einem*einer Hamburger Musiker*in zum musikalischen Austausch. Mit Instrument, Desinfektionsmittel und Wischtüchern bewaffnet entstehen im hygienischen Hochsicherheitstrakt des Funkhauses an der Rothenbaumchaussee kurze Clips, die Zuversicht und „Es geht wieder weiter“-Stimmung verbreiten sollen. Einen Vorgeschmack gibt Ingolf hier.

Mit „Kultur trotz Corona“ hat der NDR eine Kampagne gestartet, bei der sich Künstler*innen auf eine ganz andere Weise präsentieren. Mit persönlicher Musikauswahl im heimischen Umfeld und ganz ohne Publikum – begleitet von der eigenen Smartphone-Kamera.
Übersicht: https://www.ndr.de/kultur/musik/jazz/Jazz-in-Zeiten-von-Corona,coronajazz104.html

Dass das auch als ganze Band funktioniert, daran lassen die Hamburger Herren von den Ragtime Bandits keine Zweifel. Mit ihrer Quarantäne-Version von „Eleanor Rigby“ gibt‘s Ohrwurm-Garantie im 20er-Jahre-Gewand – unter diesem Artikel.

Einen ganz anderen Einblick in das Arbeiten in einer Ausnahmesituation gibt der Hamburger Saxophonist Lorenz Hargassner. Er hat einen Video-Blog gestartet, der dokumentiert, wie Musikunterricht digital funktioniert – ein Zustand, mit dem viele Musiker*innen derzeit konfrontiert sind.

Doch auch gestandene Hamburger Jazz-Locations laden ein, sich musikalisch weiterhin auszutoben und die Spielfreude ins Internet zu übertragen. Die Bar Italia streamt aus ihrer traditionsreichen Spielstätte und ruft zur finanziellen Unterstützung auf.

Noch im Aufbau, aber vielversprechend: seit Dienstag, den 14. April, gibt es auf https://hamburg.stream regelmäßige Streams aus  dem Studio von Wolf Kerschek, mitgetragen von Jazzfederation und JAZZ MOVES.

Langsam sortiert sich die Musiklandschaft. Und schafft Formate, die zwar kein Konzerterlebnis ersetzen können, aber zumindest ein Lebenszeichen senden. Denn „wir sind da“ und werden es auch die nächsten Monate sein. Die Musik sowieso.

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