©Felix Liebel

Überjazz Festival: R&B, Soul, Elektronik und mehr auf Kampnagel

Ein internationales Festival für Sounds aus den Grenzgebieten des Jazz: am 1. und 2. November 2019 geht wie jeden Herbst das Überjazz Festival an den Start: Funk, Elektronik, R&B, Soul und Afro-Psychedelisches. Dieses Jahr feiert man auf Kampnagel zehntes Jubiläum.

„Die Form von Jazz, die uns interessiert, hat das Potenzial, eine andere Lebensrealität abzubilden“, sagte Heiko Jahnke schon vor zwei Jahren über sein Festival. Der DJ und Booker ist seit zehn Jahren maßgeblicher Veranstalter des Überjazz. Seine Realität, das sind Sounds, die ältere Generationen eher nicht als „Jazz“ definieren würden. Das Festival trägt die Grenzüberschreitung schon im Namen, laut Eigenbeschreibung steht man für „Cutting Edge Music beyond genre“. Was zuvor die Hamburger Jazztage waren, heißt seit 2010 Überjazz.

2019 fahren Jahnke & Co. in den vier Sälen der ehemaligen Maschinenfabrik ein stark weiblich geprägtes Programm auf: neben der in LA beheimateten Sängerin Kelsey Lu aus der Posse um R&B-Star Solange, und Kate Tempest, der umwerfend intensiven Spoken-Word-Künstlerin aus London, steht vor allem der Gig der Melbourner Neo-Soul-Formation Hiatus Kaiyote im Mittelpunkt. Deren charismatische Sängerin Nai Palm wird die Sitzreihen der großen Halle K6 in der Samstagnacht erbeben lassen. Auch aus Deutschland kommen Impulse: Lucia Cadotsch, Jazzsängerin, Wahlberlinerin und ECHO-Gewinnerin debütiert mit ihrem neuen Synth-Electro-Pop-Projekt LIUN + The Science Fiction Band. Weiteres Highlight, auch ohne Frauen: der furiose Afro-Gospel-Trance-Free-Jazz des Wiener Septetts Shake Stew, die am 1. November gleichzeitig die Veröffentlichung ihres neuen Albums „Gris Gris“ feiern.

Das Programm ist dicht gepackt: Alle 24 Acts kann keiner mitnehmen. Die leichte Überforderung ist gewollt, das Überjazz versteht sich als Entdecker-Festival. Der zehnten Ausgabe geht erstmals eine „Pre Opening Night“ vorweg: schon am Vorabend des donnerstäglichen Feiertags spielen Bands. Das Sun Ra Arkestra um den 95-Jährigen Saxofonisten Marshall Allen, der das Erbe des 1993 verstorbenen Saturn-Reisenden Sun Ra verwaltet, ist Headliner des Mittwochs.

ÜBERJAZZ Festival, 1. /2. November 2019, ab 19 Uhr, Kampnagel
Überjazz Pre-Opening, 30. Oktober 2019, 20 Uhr, Kampnagel

Hört euch Jans Überjazz-Special bei Mixcloud an – 58 Minuten mit Songs von Sun Ra, Shake Stew, Kate Tempest, Sinkane und mehr.

weitere News:

Ashley Henry – ein Londoner Piano-Talent im Indie-Club

Der englische Keyboarder Ashley Henry spielt seinen Soul-HipHop-Funk-Jazz auf der Reeperbahn. Schon im Häkken gewesen? Kompromisslose Jazzcats werden sich womöglich am Kopf kratzen. Denn der mit stylishem Sichtbeton ausgekleidete Club am Spielbudenplatz ist eher für Indie- und Elektronik-Gigs bekannt – Genres, die Ashley Henry wohl vertraut sind. Der 27jährige Brite ist zwar studierter Jazzpianist, aber […]

Sophie entdeckt vier Fakultäten im Künstlerhaus Faktor

Heute reise ich nicht weit. Meine Entdeckung ist fußläufig entdeckbar. An der Sternbrücke ist (noch) viel zu erkunden. Neben kultigen Clubs, urigen Kneipen und Anti-Kater Imbissbuden verbirgt sich hier seit mehr als vier Jahren auch ein Künstlerhaus. Direkt gegenüber vom Waagenbau, versteckt hinter einer Hecke, liegt für mich noch unbekanntes Terrain. Das Künstlerhaus hat einen […]

Jazz Moves TV

JAZZ MOVES Hamburg zu Gast beim JazzLab

Jeden Monat besuchen Amélie Siegmund und Sophie Wackerbauer mit JAZZ MOVES TV einen Hamburger Jazzclub und stellen dessen Arbeit vor. Heute sind sie in der ersten Folge zu Gast im Karolinenviertel beim Künstlerkollektiv und Label JazzLab. JazzLab lädt einmal im Monat lokale bis internationale Bands ein, die das Genre Jazz neu für sich definieren. Wir […]