©Johnny Johnson

We Don’t Suck We Blow – das radikal kollektive Septett

Jazz, Funk und HipHop zum Jahresende auf den Bühnen von Astra Stube und Freundlich + Kompetent

Wer im Leben schon ein paar Konzerte gesehen hat, der kennt diese Performer, die von sich selbst am meisten eingenommen sind. Ein Unikat jedoch dürfte der Jazztrompeter sein, der behauptet: „I don’t blow, I suck.“ Zwei Verben, die im englischen beide für „mies sein“ stehen. Der Satz stammt aus einer britischen Satireshow, und amüsierte sieben Hamburger Musiker so sehr, dass sie ihn zur Namensgebung ihrer neuen Band inspirierten: We Don’t Suck We Blow (WDSWB).

„Wir nähern uns Funk-basierter Musik auf verschiedenen Ebenen“, sagt Chris Lüers über den Sound der Gruppe. Der Posaunist ist einer von drei studierten Jazzern bei WDSWB. Florian Kiehn (Gitarre) und Alex Klauck (Drums) bringen dagegen ihre Erfahrungen von der Hamburg School of Music in das Septett ein; Umut Abaci, zuständig für Keyboards und Electronics, seine Expertise als HipHop- und Beats-Produzent. Das Septett wird komplettiert von Falko Harriehausen (Bass), Samuel Wootton (Percussion) und Adrian Hanack (Tenorsax).

„Wir wehren uns nicht dagegen, wenn man uns eine Jazzband nennt“, sagt Chris, „aber wir verstehen unsere Musik eher als urbane Musik.“ Schon der Auftakt der WDSWB-EP „Trocken“, veröffentlicht im Jahr 2017, zeigt die ganze Vielfalt der Band: lyrische Bläser, kantige Rockgitarren, soulige Basslines und lockere Latin-Percussion. Ungewöhnlich ist die Besetzung der Band mit Posaune und Saxofon. „Das ist in erster Linie der persönlichen Verbindung zwischen Adrian und mit geschuldet“, meint Chris Lüers. „Beide Instrumente haben zwar eine ähnliche Lage, aber wahnsinnig viele Klangfarben, von tief und druckvoll bis sehr different.“

Aktuell arbeiten WDSWB an einem neuen Album. Chris: „Es ist ein Experiment, dessen Ausgang eine Überraschung sein soll. Wir haben uns für eine radikal kollektive musikalische Arbeit entschieden.“ Mehr verrät der Posaunist nicht, aber wer die ekstatischen Gigs der Band kennt, bei denen Scratching ebenso dazugehört wie Conga-Trapkit-Duelle, mag eine ungefähre Vorstellung haben. Zum Jahresende geben WDSWB noch einmal zwei Konzerte in Hamburg. „Wir spielen komplexe Stücke, aber mit größtmöglicher Freiheit und Spontaneität“, sagt Chris. Die Briten würden sagen: „They don’t suck, they don’t blow – they rock.”


 

We Don’t Suck We Blow

28.12. Astra Stube, 20:30 Uhr

 

 

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